TIN-Schutz-Projekt startet Informationskampagne in Bussen und Bahnen in Baden-Württemberg

PRESSEMITTEILUNG

Freiburg, 13.11.2025. Das Projekt: „TIN-Schutz – Unterstützung für trans, intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen nach geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalterfahrung“ des Queeren Netzwerks Baden-Württemberg hat eine Informationskampagne in Bussen und Bahnen gestartet. Der kurze Spot mit QR-Code informiert über die psychosozialen Unterstützungsangebote für TIN-Personen, die Erfahrungen mit Gewalt gemacht haben.

Der Projektverbund TIN-Schutz unter dem Dach des Queeren Netzwerks Baden-Württemberg bietet anonyme und vertrauliche Beratung – online und vor Ort – für trans, intergeschlechtliche und nichtbinäre Personen, die geschlechtsspezifische oder sexualisierte Gewalt erlebt haben. Das Angebot ist sensibel für queere Lebensrealitäten und unterstützt Betroffene dabei, Zugang zu passenden Hilfen zu finden – von der psychosozialen Beratung bis zur Begleitung zu Behörden oder Fachstellen.

Über viele Jahrzehnte wurden TIN-Personen in den Hilfesystemen oft vergessen, obwohl diese Gruppe besonders stark von geschlechtsbezogener Gewalt betroffen ist. Das wollen wir mit unserer Arbeit in diesem Projekt endlich ändern“, sagt Isabelle Melcher, Leiterin des Projekts TIN-Schutz.

Gefördert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration bietet das Projekt schon seit über zwei Jahren psychosoziale Unterstützung, Beratung und Begleitung. Es vereint verschiedene Beratungsstellen in ganz Baden-Württemberg, die sowohl Erfahrung in der Arbeit mit Betroffenen von Gewalt als auch Kompetenzen im Umgang mit trans, intergeschlechtlichen und nicht-binären Personen mitbringen – sowohl vor Ort als auch online. Die Beratung ist in mehreren Sprachen verfügbar, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch und Russisch – ein wichtiger Beitrag, insbesondere für geflüchtete Personen.

Darüber hinaus engagiert sich das Projekt in der Qualifizierung von Fachkräften, um die Kompetenzen im Umgang mit trans, intergeschlechtlichen und nicht-binären Personen zu stärken und den Zugang zu Schutz- und Unterstützungssystemen nachhaltig zu verbessern.

Eine Person aus dem Netzwerk, die anonym bleiben möchte und selbst in ihrer Jugend einen Übergriff auf dem Schulweg erleben musste, sagt: „Ich hätte mir in meiner Jugendzeit gewünscht, dass es Beratungsstellen gibt, die mich nach dieser schlimmen Erfahrung unterstützen und mich nicht anders behandeln, weil ich einen trans* Hintergrund habe.“

Mit der neuen Kampagne möchten wir die bestehenden Angebote leichter zugänglich machen. Ein QR-Code führt Hilfesuchende direkt zum Unterstützungsangebot (https://netzwerk-lsbttiq.assisto.online/tin-schutz). Dort können Menschen mehr über das Projekt erfahren, Kontakt zu einer der Beratungseinrichtungen aufnehmen oder direkt einen Termin für eine Onlineberatung buchen.

„Wir möchten, dass TIN-Personen, die Unterstützung brauchen, wissen: Sie sind nicht allein, und es gibt spezialisierte Hilfe“, so das Projektteam. In den kommenden Wochen wird der Videoclip auch in weiteren Städten Baden-Württembergs zu sehen sein.

Am TIN-Schutz-Projekt mitwirkende Beratungsstellen in Baden-Württemberg: https://netzwerk-lsbttiq.assisto.online/tin-schutz/tin-beratung-vor-ort

Der Text der Pressemitteilung als pdf-Datei findet sich hier.