Zum Internationalen Frauentag: Feminismus, Solidarität und gleiche Rechte für alle

Freiburg, 06. März 2026

PRESSEMITTEILUNG

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März ruft das Queere Netzwerk Baden-Württemberg dazu auf, sich weiterhin entschlossen für Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe einzusetzen. Der Tag erinnert daran, dass die Gleichstellung von Frauen und geschlechtlichen Minderheiten noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.

Der Internationale Frauentag blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1911 fand erstmals ein von der sozialistischen Arbeiterinnenbewegung initiierter „Frauenkampftag“ für Gleichberechtigung und Wahlrecht statt. Seit 1921 wird der 8. März als Internationaler Frauentag begangen. Heute ist er weltweit ein zentraler Aktionstag, an dem Frauen und ihre Verbündeten für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe auf die Straße gehen.

Mehr als hundert Jahre später ist Gleichstellung noch immer nicht erreicht. Frauen verdienen im Durchschnitt weiterhin weniger als Männer, übernehmen einen Großteil der unbezahlten Sorgearbeit und sind in politischen und wirtschaftlichen Führungspositionen unterrepräsentiert. Gleichzeitig erleben wir weltweit und auch in Deutschland einen neuen Aufschwung antifeministischer und queerfeindlicher Bewegungen, die Errungenschaften der Gleichstellungspolitik offen infrage stellen.

„Dass der Internationale Frauentag in diesem Jahr ausgerechnet mit der Landtagswahl zusammenfällt, ist zumindest ein unglückliches Signal“, sagt Janka Kluge (Stuttgart) Mitglied des Sprechendenrats des Queeren Netzwerks Baden-Württemberg. „Der 8. März ist traditionell ein Tag feministischer Demonstrationen und politischer Sichtbarkeit. Gerade deshalb wäre es wichtig, diesem Datum mehr gesellschaftliche Anerkennung zu geben.“

Einige Bundesländer gehen hier bereits voran: In Berlin ist der 8. März seit 2019 gesetzlicher Feiertag, in Mecklenburg-Vorpommern seit 2023. Aus Sicht des Queeren Netzwerks zeigt dies, dass die Bedeutung des Tages auch politisch gewürdigt werden kann. „Anstatt den Frauentag im politischen Alltag zu übergehen, sollten wir darüber nachdenken, ihm auch in Baden-Württemberg mehr Gewicht zu geben“, so Jj Link (Stuttgart), ebenfalls Mitglied im Sprechendenrat. „Daher unterstützen wir mit vollem Herzen den Internationalen Frauenstreiktag am 9. März.“

Der Frauentag hat seine Wurzeln in der Arbeiter_innenbewegung und wird bis heute stark von Gewerkschaften geprägt. Ihr diesjähriges Motto „Mitbestimmen. Mitgestalten. MehrWert Gleichstellung.“ bringt auf den Punkt, worum es dabei geht: Gleichstellung stärkt nicht nur einzelne Gruppen, sondern unsere Gesellschaft insgesamt. Gerade lesbische, bisexuelle und trans Frauen sind überdurchschnittlich häufig von prekären Arbeitsverhältnissen, Diskriminierung und Gewalt betroffen.

„Moderner Feminismus muss intersektional sein und die Vielfalt der Lebensrealitäten wie Care-Arbeit und den Gender-Pay-Gap ernst nehmen“, betont die Sprechende Helga Hedi Denu (Göppingen). „Sexualisierte Gewalt, sei es gegen Gisèle Pelicot oder die zahlreichen Opfer männlicher Täter im Umfeld der Epstein-Files, ist kein Einzelfall, sondern die Spitze eines Eisberges, der das Leben vieler Frauen prägt.“ Daher setzt sich das Queere Netzwerk für einen Feminismus ein, der die Rechte aller Geschlechter und sozialen Minderheiten stärkt, unabhängig von Herkunft oder sozialem Status.

Der Internationale Frauentag erinnert daran, dass Gleichstellung kein Selbstläufer ist. Umso wichtiger ist es, gemeinsam für eine offene, solidarische und demokratische Gesellschaft einzutreten – am 8. März und an jedem anderen Tag des Jahres.

Mehrere Mitgliedsorganisationen des Queeren Netzwerks Baden-Württemberg stellen auch in diesem Jahr wieder rund um den 8. März verschiedene Aktionen auf die Beine, um Raum für Austausch und Sichtbarkeit für und mit Lesben, bisexuellen Frauen, trans Frauen, intergeschlechtlichen Frauen und queeren Frauen und ihren Mitstreiter_innen zu bieten.

Der Text der Pressemitteilung als pdf-Datei findet sich hier.