IDAHOBALT*I+ 2026: Queere Rechte verteidigen und Solidarität zeigen!
Freiburg, 13. Mai 2026
PRESSEMITTEILUNG
Freiburg, 13.05.2026. Zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Aspec-, Lesbo-, Trans- und Interfeindlichkeit (IDAHOBALT*I+) ruft das Queere Netzwerk Baden-Württemberg zu Solidarität und gesellschaftlichem Engagement auf. Anlass zur Sorge geben in diesem Jahr insbesondere die geplante Änderung der Meldeverordnung in Baden-Württemberg sowie Kürzungen bei der besonderen Rechtsberatung für vulnerable, in besonderem Maße auch queere Geflüchtete.
Am 17. Mai wird weltweit der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Aspec-, Lesbo-, Trans- und Interfeindlichkeit (IDAHOBALT*I+) begangen. Das Datum erinnert daran, dass die WHO Homosexualität am 17. Mai 1990 aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten gestrichen hat. Der Aktionstag steht bis heute für den Einsatz gegen Diskriminierung und für gleiche Rechte, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Teilhabe queerer Menschen.
Das Queere Netzwerk Baden-Württemberg (QNBW) sieht aktuell mehrere Entwicklungen mit großer Sorge. Dazu gehört auch die geplante Änderung der baden-württembergischen Meldeverordnung, die ab November 2026 in Kraft treten soll. Vorgesehen ist unter anderem die automatisierte Übermittlung früherer Vornamen und Geschlechtseinträge an Polizeibehörden.
„Wenn hochsensible personenbezogene Daten automatisiert an Sicherheitsbehörden übermittelt werden sollen, wirft das erhebliche Fragen zu Datenschutz, Verhältnismäßigkeit und informationeller Selbstbestimmung auf“, erklärt Janka Kluge (Stuttgart), Mitglied des Sprechendenrats des QNBW. „Gerade trans*, inter* und nicht-binäre Menschen müssen darauf vertrauen können, dass ihre Daten besonders geschützt werden.“
Große Sorge bereiten dem Netzwerk zudem die angekündigten Kürzungen des Bundesinnenministeriums bei der bundesweiten Asylverfahrensberatung sowie bei der besonderen Rechtsberatung für vulnerable Geflüchtete. Spezialisierte Beratungsangebote spielen eine wichtige Rolle dabei, die schutzrelevanten Belange vulnerabler Personen wie queere Geflüchtete im Asylverfahren überhaupt zu erkennen und angemessen zu berücksichtigen.
„Wer die Identifizierung vulnerabler Geflüchteter erschwert, verschlechtert den Zugang zu Schutzrechten für Menschen, die häufig ohnehin massiver Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt sind“, erklärt Corinna Wintzer (Pforzheim), Mitglied des Sprechendenrats des QNBW. „Gerade queere Geflüchtete brauchen im Asylverfahren verlässliche Unterstützung und sensible Strukturen.“
Der IDAHOBALT*I+ ist der richtige Zeitpunkt, um die Anliegen der LSBATINQ+-Community in den Fokus der Mehrheitsgesellschaft zu rücken und sich für eine offene und inklusivere Gesellschaft einzusetzen. Das Queere Netzwerk Baden-Württemberg ruft dazu auf, sich am 17. Mai 2026 an Aktionen zu beteiligen und verschiedene aktive Gruppen zu unterstützen. Unter https://qnbw.de/internationaler-tag-gegen-homophobie/ findet sich ein Überblick der Veranstaltungen in Baden-Württemberg zum Internationalen Tag gegen Homo- Bi-, Aspec-, Lesbo-, Trans- und Interfeindlichkeit.
Der Text der Pressemitteilung als pdf-Datei findet sich hier.


