Refugee Pride 2026: Resilienz, Vielfalt und Zugehörigkeit feiern
Freiburg, 17. Juni 2026
Am Weltflüchtlingstag und im Pride Month richtet das Queere Netzwerk Baden-Württemberg den Blick auf queere Geflüchtete: auf ihre Geschichten, ihre Stärke und ihren Beitrag zu einer vielfältigen Gesellschaft.
Queere Geflüchtete haben oft einen langen Weg hinter sich. Viele mussten ihre Herkunftsländer verlassen, weil ihnen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Verfolgung, Gewalt oder Ausgrenzung drohten. Trotz dieser Erfahrungen bauen sie sich in Deutschland ein neues Leben auf, engagieren sich in unseren Communities, setzten sich sichtbar und laut für queere Rechte ein und bereichern unsere Gesellschaft mit ihren Perspektiven, Talenten und Erfahrungen.
Refugee Pride ist deshalb vor allem ein Anlass, die Resilienz und den Mut queerer Geflüchteter sichtbar zu machen. Ihre Geschichten erzählen von Hoffnung, Selbstbestimmung und dem Wunsch, frei und sicher leben zu können. Sie sind ein wichtiger Teil unserer queeren Community und unserer Gesellschaft, den wir feiern wollen.
Gleichzeitig stehen queere Geflüchtete zur Zeit vor besonderen Herausforderungen. Mit dem Inkrafttreten zentraler Regelungen des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) am 12. Juni 2026 verändern sich die Rahmenbedingungen für Schutzsuchende erheblich. Zudem endet die Bundesförderung für die besondere Rechtsberatung für Geflüchtete Ende 2026. Gerade für queere und andere vulnerable Geflüchtete sind unabhängige und spezialisierte Beratungsangebote oft entscheidend, um ihre Rechte wahrnehmen und Schutzbedarfe geltend machen zu können.
„Gerade jetzt ist es wichtig, dass queere Geflüchtete ihre Rechte kennen und selbstbewusst einfordern können“, betont Corinna Wintzer (Pforzheim), Mitglied des Sprechendenrats des Queeren Netzwerks Baden-Württemberg, und ergänzt:“ Ebenso wichtig ist eine solidarische queere Community, die ihnen zuhört, sie unterstützt und ihnen Räume der Zugehörigkeit eröffnet.“
Refugee Pride erinnert daran, dass Pride und Solidarität untrennbar miteinander verbunden sind. Eine offene Gesellschaft lebt von Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen und Erfahrungen. Queere Geflüchtete tragen jeden Tag dazu bei, diese Gesellschaft vielfältiger, widerstandsfähiger und menschlicher zu machen.
Der Text der Pressemitteilung als pdf-Datei findet sich hier.